Liga: Verbandsliga Nord

SV Eiche 05 Biederitz vs Post SV Magdeburg II

Jugend gegen Routine mit Remis/Eiche weiter ungeschlagen

Einen Punkt gewonnen oder einen Punkt verloren? Die Frage dürften sich viele in der erneut ausverkauften Biederitzer Ehlehalle unmittelbar nach dem Schlusspfiff gestellt haben. Der gastgebene SV Eiche 05 teilte sich mit der Reserve des Post SV Magdeburg nach einem 10:13- Pausenrückstand schließlich die Punkte beim 28:28.

Das vermeindliche Kräfteverhältnis schien schon weit vor Anpfiff entschieden zu sein, denn während sich auf Seiten der Biederitzer ganze 16 Spieler auf Temperatur brachten, waren es bei den Gästen genau die Hälfte. Entscheiden sollten dann aber in den anstehenden sechzig Minuten ganz andere Faktoren. „Gegen diese ausgebuffte Truppe haben meine Jungspunde heute gesehen, was eindeutig noch fehlt“, meinte der Biederitzer Trainer Peter Pysall kurz und knapp und konnte zahlreiche Defizite seiner Truppe im Duell gegen einen sehr erfahrenen Kontrahenten machen.
Dabei legten die Gastgeber gut los und hatten nach Toren von Max Held und Bennet Daßler ein schnelles 2:0 herausgeworfen. Doch schon nach acht Minuten war dieser Vorsprung Geschichte, drehten doch die Gäste mit vier Toren in Serie zum 4:2 den Spieß um. Fortan liefen die Gastgeber einem Rückstand hinterher, erzielten aber beim 6:6 (15.) und 7:7 (18.) Gleichwertigkeit. Insgesamt aber wirkte das Biederitzer Angriffsspiel zu unruhig und zerfahren, so dass die Landeshauptstädter beim 10:7 und 12:9 wieder ein kleines Polster herausgeworfen hatten. Den Ballast von drei Toren Rückstand nahmen die Gastgeber dann auch mit in die Kabinen (10:13). „Konzentriert Euch auf Euer Spiel und lasst die Diskussionen mit den Schiedsrichtern“, waren dann die klaren Ansagen in der Kabine.
Nach dem Seitenwechsel kämpften die Biederitzer verbissen um den Anschluss, der ihnen beim 13:14 (36.), 15:16 (39.) und 17:18 (41.) auch gelang. Da aber wiederholt einige gute Möglichkeiten gegen einen starken Max Wetzel auf der Strecke blieben, sprang zunächst nicht mehr heraus. Max Held und Bennet Daßler glichen schließlich zum 19:19 (48.) aus, ehe Florian Wentzel nach 50 Minuten sogar zur 21:20- Führung einnetzen konnte. Die ruhig und besonnen angreifenden Gäste glichen jedoch postwendend zum 22:22 bzw. 23:23 aus und erzielten in ihren jeweiligen zwei Angriffen die eigene Führung. In einer äußerst hektischen Schlussphase holten Held und Wentzel die Führung zum 26:25 (58.) zurück, ehe zunächst Andy Tietzmann zum 26:26 und Tim Schrader nach dem erneuten Führunstreffer von Moritz Steinweg zum 27:27 ausgleichen konnte. 23 Sekunden vor Ultimo impfte die Biederitzer Bank dem Team die letzte Angriffsaktion ein, die schließlich nach starker Vorarbeit durch Florian Wentzel zum 28:27 abgeschlossen werden konnte. In den verbleibenen Sekunden verhinderten dann die Biederitzer den fälligen Anwurf der Gäste regelwidrig, so dass der ehemalige Biederitzer Maximilian Wiedon vom Siebenmeterpunkt den nicht unverdienten 28:28- Endstand herstellen konnte. „Sehr ärgerlich. Wir müssen mit dieser Regelung dreißig Sekunden vor Abpfiff umgehen können“, reagierte Pysall genervt, auch weil die Schiedsrichter in der letzten Auszeit darauf hingewiesen hatten.
Aber durchaus auch Positives war im Biederitzer Lager nach der Punkteteilung erkennbar: „Moritz Steinweg hat als Spielmacher viele gute Akzente setzen können und überhaupt haben einige Alternativlösungen aus dem großen Kader einschlagen können. Zudem sind wir weiter ungeschlagen. Hätte uns das einer im Sommer vorgeschlagen, hätten wir es genommen…“, zog Pysall ein treffendes Fazit trotz des ersten Punktverlustes in eigener Halle.

Biederitz: Gronemeier, Tschirschwitz – Urban (1), Holzgräbe, Köster (1), Kinast (1), Wentzel (3), Herrmann (1), Held (6), Steinweg (8/2), Wohl, Hartmann, Daßler (7/2), Eix

Post II: Wetzel – Wiedon (7/1), Schrader (2), Volkmann (2), Feuerstack (2), Tietzmann (7), Reinhardt (2), Seidel (6/3)

Zeitstrafen: Eiche 4, Post 8

Siebenmeter: Eiche 6/4, Post 5/4

Post- Reserve gastiert in der Ehlehalle

Die Verbandsligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz (7., 6:2 Punkte) empfangen am Sonnabend um 18:30 Uhr in heimischer Ehlehalle die zweite Vertretung des Post SV Magdeburg. Auch nach diesem erst zweiten Heimauftritt soll die Ungeschlagenenserie bei den Gastgebern natürlich aufrecht erhalten werden.

Das Subjekt „Konstanz“ ist derzeit in der Biederitzer Ehlehalle das wohl meist strapazierte Wort, wenn es um die letzten Auftritte der Verbandsligahandballer geht. Und wohl noch nie so deutlich wurde das Wellental des Biederitzer Spiels am zurückliegenden Wochenende ersichtlich, wo gerade in den jeweiligen Schlussminuten der Halbzeiten entscheidene Szenen eben nicht zu Gunsten der jungen Biederitzer Truppe ausfielen. „Wir führen 15:12 mit Chance zum 16:12 und gehen nur mit 15:14 in die Pause. Nach einem komfortablen 27:23 gehen wir mit 30:30 aus der Partie“, erinnert sich der Biederitzer Coach Peter Pysall an die gewiss nicht schlechte Leistung bei den heimstarken Stendalern. „Es gehört halt zum Lernprozeß dieser jungen Truppe dazu. Wir sind noch immer ungeschlagen, dass wollen und dürfen wir hier nicht vergessen“, weiß Pysall das bisher Geleistete der sehr lernwilligen Truppe durchaus zu schätzen.
Für die Mannen aus dem Magdeburger Lorenzweg ist es die eigentlich erste richtige Saison in der höheren Verbandsliga, nachdem der Aufstieg aus der 1. Nordliga in der Spielzeit 2019/2020 eindrucksvoll gelang, da Corona ja bekanntlich die eigentliche Premierensaison zunichte machte. Ergebnistechnisch sind die Schützlinge um Trainer Michael Schneemann recht schwankend unterwegs, haben aber fraglos ihre Ligazugehörigkeit mit aktuell 8:6 Zählern und Rang fünf durchaus nachweisen können. Gerade in fremden Gefilden lief es mit Siegen bei der HSG Altmark/West (24:22) und in Westeregeln (27:26) ordentlich, auch wenn es in Seehausen eine 31:42- Niederlage zu verzeichnen gab. Die spielstarke Mannschaft aus der Landeshauptstadt gilt als sehr ausgeglichenes und gewachsenes Team und ist nur schwer zu bespielen. Dass wurde nicht zuletzt auch im September deutlich, als die Volkmann & Co beim Biederitzer Gedenkturnier die Gastgeber schlugen und sich in der Endabrechnung vor den Biederitzern platzieren konnten.
„Wir müssen natürlich auch in der Deckung zur nötigen Aggressivität zurückfinden. Da hatten wir am letzten Wochenende gerade hinten heraus einige Defizite“, mahnt SVE- Trainer Pysall seine Schützlinge, bei denen es aktuell keine neuen Ausfälle zu verzeichnen gibt, so dass der vermeintlich stärkste Kader zur Verfügung steht.

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HV Lok Stendal vs SV Eiche 05 Biederitz

Unkonzentriertheiten verhindern einen Sieg

Die Verbandsligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz kehrten vom Gastspiel beim HV Lok Stendal mit einem 30:30 (15:14)- Unentschieden zurück und bleiben damit weiter ungeschlagen. Die jeweiligen Schwächephasen gegen Ende der Halbzeiten verhinderten einen möglichen Doppelpunktgewinn.

Die Enttäuschung in den Gesichtern der Biederitzer Spieler und der etwa 30 mitgereisten Zuschauer war unmittelbar nach dem Schlusspfiff natürlich schon groß, befanden sich doch die Gäste beim Spielstand von 27:23 elf Minuten vor dem Schlusspfiff auf der Siegerstraße. „In dieser Phase haben wir zuviel Harakiri gespielt und durch fehlende Konzentration zu viele Bälle weggeschmissen“, stellte der Biederitzer Trainer Peter Pysall in der Nachbetrachtung ernüchternd fest. Auch gegen Ende des ersten Durchganges hatten die Biederitzer eine solche Blackout- Phase, wo sie nach einer komfortablen 14:10- Führung nach 26 Minuten lediglich ein knappes 15:14 mit in die Kabinen nehmen konnten.
Dabei starteten die Gäste in der gut besuchten Stendaler Sporthalle durchaus vielversprechend und führten nach sechs Minuten, Robin Urban traf allein dreimal, mit 4:2. In der Folgezeit konnten die Lokhandballer zwar zum 4:4 (8.) und 6:6 (15.) ausgleichen, doch im weiteren Spielverlauf übernahmen wieder die spielfreudigen Biederitzer das Zepter. Wiederum Urban und der treffsichere Kreisläufer Stefan Köster sorgten für das 10:7 (20.), ehe Bennet Daßler per Doppelschlag das Polster sogar auf vier Treffer (13:9, 25.) ausbauen konnte. Doch bis zur Pausensirene glänzten die Biederitzer dann fast nur noch mit uncleverem Handball und zahlreichen einfachen Ballverlusten bzw. schlechten Abschlüssen.
Auch nach dem Seitenwechsel sprach dann zunächst wieder sehr viel für die Gäste, die sich nach Toren von Stefan Köster, Christian Kinast, Philipp Wohl und Bennet Daßler auf 19:15 nach 34 Minuten absetzen konnten. So gänzlich abschütteln ließen sich die nie aufsteckenden Hausherren jedoch nicht, da die Abwehrarbeit der SVE- Handballer im zweiten Spielabschnitt einige Auszeiten mit sich brachte. Dennoch sprach nach dem 26:21 (47.) durch Moritz Steinweg sehr viel für die Biederitzer, die über weite Strecken eine ordentliche Vorstellung lieferten. Ein doppeltes Überzahlspiel nutzten schließlich die Stendaler durch Tom Schumann und Rene Sens zum 26:27- Anschluss nach 51 Minuten. Bis zum 30:28 hatten dann die Gäste zwar eine knappe Zweitoreführung inne, ehe ihnen mit den anfangs beschriebenen Defiziten entgültig der Auswärtserfolg aus den Fingern glitt.
„Das Spiel war ein Wellental. Wir haben Stendal mit unserer Unclevernis in die Begegnung zurückgeholt. Da uns die Ruhe abging, haben wir zu viele zum Ballverlust führende Fehler fabriziert“, resümierte der Biederitzer Trainer Peter Pysall, versprach aber im gleichen Atemzug eine gründliche Aufarbeitung. Dies wird auch dringend nötig sein, heißen doch die anstehenden Kontrahenten in heimischer Ehlehalle dann Post SV Magdeburg II (13. November) und HSG Osterburg (20. November).

Stendal: Kurze – Schumann (7/4), Leinung (7), Krähe (4), Dreblow (3), Torge (1), Sens (1), Rietz (1), Gercke, Wirtz, Täger (2), Vogel, Ryssmann, Elsner (4/1)

Biederitz: Gronemeier, Tschirschwitz – Urban (6), Holzgräbe, Köster (4), Kinast (3), Herrmann, Held (1), Steinweg (2), Schneider, Wohl (4), Daßler (10/2), Eix

Siebenmeter: Stendal 6/5, Eiche 2/2

Zeitstrafen: Stendal 3, Eiche 3

Schnell in den Rhythmus finden: SVE nach Stendal

Nach fast einmonatiger Pause bestreiten die Verbandsligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz (7., 5:1 Punkte) wieder ein Punktspiel. Am Sonntag um 15 Uhr treten die Biederitzer beim Tabellennachbarn HV Lok Stendal (8., 4:6) an und wollen ihren positiven Saisonstart bestätigen.

„Wir sind in diesen vier Wochen definitiv aus dem Spielrhythmus gekommen. Wir werden sehen, wie wir in Stendal in Gang kommen, wo zudem ja auch noch Klisterverbot herrscht“, meinte der Biederitzer Trainer Peter Pysall in der Trainingswoche, schob aber zugleich auch nach, dass weder die lange Auszeit und die zu erwartenden Gegebenheiten als mögliche Ausrede herhalten sollen. Zudem hatten die Biederitzer nach dem Verlegungswunsch der Osterburger für das zurückliegende Wochenende umgehend reagiert und sich mit Kali Wolmirstedt einen Testspielgegner eingeladen. „Das kann zwar kein Punktspiel ersetzen, hat uns aber immerhin einen Wettbewerb ermöglicht“, meinte Pysall nach dem klaren 31:20- Erfolg gegen die Kalihandballer aus der 1. Nordliga.
In den gut besuchten Trainingseinheiten der letzten Wochen standen in erster Linie die ersichtlichen Baustellen aus den ersten drei Saisonbegegnungen auf dem Programm. So wurde an der Effektivität im Angriff, aber auch an der Stabilisierung der verschiedenen Deckungsformationen gefeilt. Zudem überraschte Pysall unlängst mit einer anstrengenden Krafteinheit, die so manchen Akteur an seine Grenzen brachte. Die relativ lange Pause hatte aber auch sein Gutes, konnten doch zahlreiche Spieler die ein oder andere Blessur auskurieren, auch wenn längst noch nicht alle Akteure wieder einsatzbereit sind.
Der anstehende Kontrahent aus der Altmark hat seine aktuell vier Zähler durchweg in heimischen Gefilden eingefahren. Dem knappen 25:24 zum Auftakt im Derby gegen die HSG Altmark/West folgte im nächsten Derby gegen die ausgebuffte Truppe aus Seehausen eine 23:27- Niederlage. Vor zwei Wochen konnten dann die Wackeren aus Westeregeln mit 31:29 in die Knie gezwungen werden, was schon eine gewisse Heimstärke der Lokhandballer unter Beweis stellt. In der Fremde dagegen bekamen die Altmärker keinen Schritt in die Tür und kassierten sowohl in Irxleben (23:39) als auch beim aktuellen Tabellenführer BSV 93 Magdeburg (29:40) hohe Niederlagen.

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SV Eiche 05 Biederitz vs SV Oebisfelde 1895 II

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Güsener HC vs SV Eiche 05 Biederitz

Weder Hauptgewinn, noch Trostpreis
Handball Güsener HC und SV Eiche 05 Biederitz trennen sich im Verbandsliga-Derby 26:26 (16:14)-unentschieden
Güsen l Damit konnte nun wirklich kaum jemand rechnen, dass das Thema Risikomanagement in dieser letzten Auszeit des Spiels noch einmal ein heiß diskutiertes beim SV Eiche 05 Biederitz sein würde. 28 Sekunden waren im Verbandsliga-Derby beim Güsener HC am Samstagabend noch zu spielen, die Gäste im Ballbesitz und beim Zwischenstand von 26:26 mit der Last der Entscheidung gestraft: Den Torhüter gegen einen sechsten Feldspieler tauschen oder in Unterzahl die Minimalchance auf den Sieg suchen? „Die Sicherheitsfanatiker in unseren Reihen haben sich durchgesetzt“, verriet Peter Pysall und man hörte dem Gästetrainer an, dass er selbst nichts lieber getan hätte, als in diesem Pokerspiel alle Chips in die Mitte des Tischs zu schieben.
Auf der Gegenseite mochten sich die ersten Momente nach der Schlusssirene anfühlen, als hätte der GHC gerade einen Royal Flush gegen den Trostpreis eingetauscht. Immerhin behaupteten die Gastgeber nach 50 Minuten noch eine 24:20-Führung. Coach Eric Steinbrecher zeigte sich jedoch schnell gefasst: „Wenn wir auswärts vier Tore aufholen, fühlt sich so ein Unentschieden auch wie ein Sieg an. Aber für uns ist das keine Niederlage. Biederitz ist eine der Mannschaften, die am Ende oben stehen werden. Wir müssten nominell vielleicht auch dazuzählen, aber man hat eben auch gesehen, dass wir noch Erfahrungen sammeln müssen.“
Verjüngte Gäste drückten dem Derby dann auch in den ersten 25 Minuten den Stempel auf. Angefangen beim 2:3 (6.) durch einen glänzend aufgelegten Robin Urban (neun Treffer), behauptete der SV Eiche 05 dank schnellem Passspiel und mit viel Übersicht die Führung und baute diese nach einem Dreierpack von Felix Eix zwischenzeitlich auf 9:5 aus (18.). „In der Endphase der ersten Hälfte waren unsere Abschlüsse dann allerdings zunehmend unvorbereitet und nicht mehr so konsequent“, haderte Pysall, der so das Momentum in Richtung der Güsener kippen sah.
Auch, weil die Fehlwurfquote bei den Gästen nach Wiederbeginn stieg, übernahm der GHC das Kommando und warf nach 43 Minuten eine 21:17-Führung heraus. Auffällig jedoch, dass der sonst so durchschlagskräftige Rückraum nur selten in Erscheinung trat. „Biederitz hat nach der Pause offensiver gedeckt und einfach nicht zugelassen, dass wir das spielen, was wir gern möchten“, so Steinbrecher.
Immer häufiger liefen sich die Seinen nun im Angriff fest und wenn einmal nicht zu den Außen Dominic Schulz und Philip Ladwig abgeräumt wurde, hatte sich auch Eiche-Keeper Andy Gronemeier, der es in Hälfte zwei auf neun Paraden brachte, auf die teils zu halbherzigen Würfe beim Gegner eingestellt. „Trotzdem müssen wir uns in den letzten zehn Minuten cleverer anstellen“, monierte Steinbrecher. Das Polster seines Teams schmolz zusehends zusammen.
Nachdem Urban zum 26:26 ausgeglichen hatte (59.), kam also noch einmal Dramatik ins Spiel: Bei noch 45 Sekunden Spielzeit kassierte Eiches Stephan Holzgräbe nach einer Abwehraktion gegen Christian Haßbargen die Zeitstrafe, zusätzlich bekam Güsen den Siebenmeter zugesprochen. Julian Schmälzlein scheiterte jedoch an Gronemeier und ließ die Chance auf den Heimsieg verstreichen. Glück für den GHC, dass auch der eingangs erwähnte letzte Biederitzer Angriff versandete, wobei das Unentschieden letztlich  ein gerechtes Resultat war.
„Chapeau vor den Jungs, dass sie in dieser aufgeheizten Atmosphäre noch so einen Rückstand aufholen“, lobte Pysall, um am Ende doch auf die verpasste Gelegenheit zu verweisen: „Im ersten Spiel (30:22 bei der HSG Börde, Anm. d. Red.) lag unsere Angriffseffektivität bei 75, gegen Güsen nur bei 57,7 Prozent. Wenn wir da noch eine Kohle mehr draufgepackt hätten …“
Güsen: T. Prause, Bonitz – Fritz (1), Schulz (4), Mache, Beck, Teßmann (4), Lepper (2/1), C. Haßbargen (4/4), Faber (1), Ladwig (3), Keil, Schmälzlein (4), S. Bretschneider (3)
Biederitz: Gronemeier, Tschirschwitz – Urban (9), Holzgräbe (3), Köster, Kinast (2), Wentzel, Herrmann, Held, Steinweg (3/2), Schneider, Wohl, Daßler (5/2), Eix (4)
Siebenmeter: GHC 6/5 – SVE 5/4; Zeitstrafen: GHC 3 – SVE 5
Versprechen auf Hochspannung/Handball Güsen bittet ab 19 Uhr Biederitz zum Verbandsliga-Derby
Güsen/Biederitz l Trotz seiner gerade einmal 17 Jahre weiß natürlich auch Robin Urban, wie es sich anfühlt, wenn die gesamte Halle gegen einen ist. Auch der ein Jahr ältere Moritz Steinweg ist mit genügend Handball-Wassern gewaschen, um sich von Sprüchen oder einem versteckten Foul nicht aus dem Spiel nehmen zu lassen. Und trotzdem geht es für die beiden Youngster stellvertretend wie für alle Aufrücker aus dem Nachwuchs beim SV Eiche 05 Biederitz in dieser Verbandsliga-Saison vornehmlich darum, im Männerbereich anzukommen. „Sie haben sich bereits etwas frei geschwommen und verfügen über super Ansätze. Jetzt müssen wir ihnen aber noch Lösungen dafür an die Hand geben, wenn ein paar ältere, dickere und faulere Abwehrspieler vor ihnen stehen, die nicht jede Bewegung mitmachen“, umreißt Eiche-Trainer Peter Pysall gewohnt lakonisch den Entwicklungsprozess seiner Youngster. Den nächsten Schritt sollen seine Schützlinge dann auch heute Abend bei der schweren Prüfung im Derby beim Güsener HC gehen.
Bis dorthin hat sich natürlich auch die Nachricht von der Frischzellenkur beim bevorstehenden Gegner herumgesprochen. Bei GHC-Trainer Eric Steinbrecher ist die Vorfreude auf die Begegnung, die im Vorjahr mit 33:32 an sein Team ging, ehe die Pandemie den Sport im Land ein weiteres Mal zum Erliegen brachte, entsprechend groß: „Es ist spannend zu hören, dass sich Biederitz verjüngt hat. Ich rechne mit einem Spiel auf hohem Niveau und einem ähnlich knappen Ausgang wie in der vergangenen, abgebrochenen Saison.“ Und auch wenn der Vergleich letztlich in der annullierten Spielzeit nicht in die Wertung einging, bemüht auch die Gegenseite den Rückgriff auf Oktober 2020: „Es lassen sich einige Erkenntnisse aus der Partie im Vorjahr ziehen“, so Pysall.
Was beide Kontrahenten neben vielen jungen Gesichtern eint, ist der erfolgreiche Start in die neue Spielzeit. Während die Biederitzer mit einem deutlichen 30:22-Erfolg von der HSG Börde zurückkehrten, mussten die Güsener beim 28:26 über den SV Wacker Westeregeln das Glück schon ein bisschen mehr bemühen. „Nach der langen Pause war der Auftritt beider Teams von viel Nervosität geprägt“, bekennt Steinbrecher, der zugleich aber nach dem spielfreien vergangenen Wochenende und intensiven Einheiten unter der Woche hofft, dass seine Sieben heute befreiter aufspielt.
Auch an der Ehle war man zuletzt zum Zuschauen gezwungen, was Coach Pysall als zweischneidiges Schwert ansieht. Einerseits „fehlt uns nach dem guten Auftritt in Oschersleben jetzt ein wenig der Rhythmus“, andererseits aber nutzten die Biederitzer die vergangenen beiden Trainingswochen zur weiteren Feinjustierung: „Ein paar Stellschrauben gibt es immer zu drehen. So stand die Arbeit im Abwehrverbund im Zusammenspiel mit den Torhütern weit oben auf unserer Prioritätenliste.“
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HSG Börde vs SV Eiche 05 Biederitz

SV Eiche 05 gibt den Rhythmus vor : 30:22- Auftaktsieg

Den Verbandsligahandballern des SV Eiche 05 Biederitz ist der Start in die neue Saison mit einem ungefährdeten 30:22 (14:13)- Auswärtsefolg bei der neugegründeten HSG Börde eindrucksvoll gelungen. Felix Eix und Robin Urban steuerten jeweils sechs Treffer bei.
Die stark verjüngte Biederitzer Mannschaft hatte sich für den Auftakt in Oschersleben viel vorgenommen. Das war schon allein daran zu erkennen, dass ihnen in der BEWOS- Arena bei der Erwärmung die nötige Musik fehlte und sie schnell selbst für die erweckenden Rhythmen sorgten. Was hingegen weniger in den Köpfen der Gäste gewesen sein dürfte, dass die Verbandsligavertretung vor 19 (!) Monaten, also am 16. Februar 2020 (30:23 gegen Stendal) ihren letzten Doppelpunktgewinn verbuchen konnte.
Die Biederitzer legten in der gut besuchten Sporthalle verheißungsvoll los und hatten nach sechs Minuten eine 5:3- Führung inne. Die frühe fällige Auszeit der HSG verfehlte dann ihre Wirkung nicht und die Gastgeber glichen nach 13 Minuten zum 6:6 aus. Im weiteren Spielverlauf hatte der SVE wieder die Nase vorn und enteilte durch Treffer von Felix Eix, Robin Urban und Max Held auf 9:6 (16.). „Dann haben wir vorn die ein oder andere gute Chance liegengelassen und waren zudem im Abwehrverbund zu spät dran“, erinnerte sich später der Biederitzer Trainer Peter Pysall an die letzten Minuten des ersten Durchganges. In diesen schlossen die HSG- Mannen zunächst zum 9:10 (22.) auf und glichen nach der Biederitzer Auszeit zum 11:11 aus. Zwei verwandelte Strafwürfe sorgten kurze Zeit später dafür, dass die Gastgeber beim 12:11 (27.) erstmals die Führung in Anspruch nehmen konnten. Diese ging aber noch vor der Pausensirene wieder verloren, da sowohl Bennet Daßler (Strafwurf) und Kreisläufer Stefan Köster, der vor allem in der Deckung ein hervorragendes Spiel machte, ihre Chancen konsequent nutzen konnten.
Nach dem Seitenwechsel kam die HSG zunächst zum 14:14- Ausgleich (32.), lief dann aber wieder einem immer größer werdenen Rückstand hinterher. Die Gäste arbeiteten nun in der Deckung konzentrierter, so dass es auch Schlussmann Andy Gronemeier in vielen Situationen deutlich leichter hatte. So konnten die stets auf Tempo bedachten Gäste den Vorsprung von 17:15 (35.) auf 21:16 (40.) ausbauen und überzeugten wiederholt mit guten und schnellen Spielzügen. Auch der ins Spiel gewechselte Youngster Moritz Steinweg überzeugte mit enormen Spielwitz und dem nötigen Auge für die jeweilige Situation. Überhaupt gaben die vielen jungen Akteure im Biederitzer Aufgebot ein mehr als ordentliches Bild ab und brillierten mit viel Spielwitz, Ballsicherheit und vor allem Geschwindigkeit. „Fraglos haben sie das heute ordentlich gemacht, aber sie werden auch gemerkt haben, dass sie jetzt im Männerhandball unterwegs sind“, mahnte Pysall später in der Kabine.
Das Spiel selbst hatten die Gäste nun komplett in der Hand, was nach 49 Minuten eine Zehntoreführung zur (27:17) Folge hatte. In den Schlussminuten war es dann einigen Unkonzentriertheiten sowohl im Angriff als auch in der Abwehr geschuldet, dass dieser hohe Vorsprung nicht über die Ziellinie gebracht werden konnte. Dies tat allerdings der Freude nach dem Schlusspfiff und dem 30:22- Endstand überhaupt keinen Abbruch und der Beifall der 40 mitgereisten Zuschauer, die auch die Geburtstagskinder Till Schneider und Co- Trainer Ingo Heitmann mit einem Ständchen bedachten, war mehr als verdient.
„Die erste Hälfte war schon noch etwas zäh. In Durchgang zwei waren wir konzentrierter, zielstrebiger und hatten wohl auch die besseren Alternativen auf der Bank“, bilanzierte der Biederitzer Trainer Peter Pysall zufrieden.
HSG Börde: Ruß, Bloch – Garnatz (4), Hohlfelder, Dedecke (3/2), Langenbeck (1), Levec (1), Pohl, Günther, Oschim (1), Schannor, D. Fischer (5), T. Fischer (4/2), Suttner (3)
Biederitz: Gronemeier, Tschirschwitz – Urban (6), Köster (2), Kinast (4), Herrmann, Held (1/1), Steinweg (2), Schneider (1/1), Wohl (3), Hartmann, Daßler (5/4), Eix (6/1)
Zeitstrafen: Börde 9, Eiche 5
Siebenmeter: Börde 6/4, Eiche 8/7

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