SV Eintracht Gommern vs SV Eiche 05 Biederitz

20:21 – Der Pfosten bricht Eiche das Herz
Mehr Drama geht nicht: Eintracht Gommern läuft 50 Minuten einem Rückstand hinterher, dann entscheiden die letzten zwei Angriffe das Derby in der Handball-Oberliga gegen Biederitz.
Gommern. Aller Trost seiner Mitspieler und Gegner konnte Marius Hammecke im ersten Moment nicht zurück auf die Beine helfen. Mit der Schlusssirene sank der 20-Jährige aufs Parkett der Gommeraner Eintracht-Sporthalle nieder, vergrub das Gesicht im Trikot und verkörperte die Biederitzer Enttäuschung so eindringlich, dass es beim bloßen Hinsehen schmerzte. Wenige Meter weiter hüpfte die gelb-blaue Jubeltraube durch ihre Heimstätte und bejubelte den zwischenzeitlich kaum für möglich gehaltenen 21:20 (12:13)-Erfolg. Der Handball war am Sonnabend einmal mehr ein Spiel der emotionalen Extreme. Und er kannte im Oberliga-Duell kein Erbarmen mit den Gästen, während die Eintracht ihr Glück kaum fassen konnte.
Entsprechend verließ auch André Freistedt, der weiterhin mit Dirk Hesse den erkrankten Eiche-Chefcoach Peter Pysall vertritt, die Halle „mit einem richtig schlechten Gefühl. Das Spiel verläuft auf Augenhöhe, aber am Ende verhindern Kleinigkeiten, dass wir etwas mitnehmen“. Hesse ergänzte: „Alles kann oder muss auf ein Unentschieden hinauslaufen.“ Doch weil Eric Schipper nach einer letzten Auszeit die Lücke in die gegnerische Deckung riss, sorgte Ole Mehr 40 Sekunden vor dem Ende mit dem freien Abschluss vom Kreis für die erste Gommeraner Führung im Spiel seit dem 3:2 (5.).
Im Gegenzug schnappte die Wurffalle zu: Der Abschluss von Rechtsaußen durch Rechtshänder Hammecke war jedenfalls die Chance, welche die Hausherren ihrem Rivalen zugestanden. Doch es passte zum dramatischen Geschehen, dass der Versuch an den linken Innenpfosten und von dort in die Hände von Eintracht-Keeper Jonas Wucherpfennig prallte. „In den letzten beiden Auszeiten habe ich den Jungs gesagt, dass es reicht, wenn die Führung ein einziges Mal in unsere Richtung kippt. Dass dies bei 59 Minuten und 30 Sekunden der Fall ist und vor allem wie es dann passiert, kann einem schon leidtun“, zeigte Gommerns Trainer Oliver Schulke Mitgefühl mit bezwungenen Gästen, die über die Stationen 6:9 (19.) und 16:18 (46.) schon wie der Sieger wirkten.
Und das lag vor allem an Joey Chandler Witte: Der Torhüter des SV Eiche 05 wehrte über 60 Minuten rund 25 Würfe ab. „Das war eine überragende Leistung. Er hat auch viele Situationen weggenommen, in denen das Spiel kippen kann. Wenn du zwar in Reichweite bist, aber ständig durch ihn eins auf den Deckel bekommst, ist das extrem zermürbend“, lobte Schulke die glänzende Vorstellung des gegnerischen Schlussmanns, an der sich seine Vorderleute aber  im zweiten Abschnitt nicht mehr hochziehen konnten.
Einerseits vermisste der SV Eiche 05 in der Crunchtime den einen oder anderen zusätzlichen Pfiff. Hesse sagte mit Blick auf die Leistung des  Schiedsrichtergespanns Matthias Gartmann/Bernd Härtel (Spielbezirk Anhalt), das ansonsten für ein Derby erstaunlich unaufgeregt agierte: „Vor allem mit der unterschiedlichen Auslegung des Zeitspiels habe ich Probleme. Im Zweifel wurde bei Gommern etwas länger gewartet und auch gern noch der vierte oder fünfte Schritt zugelassen. Auch beim Siebenmeterverhältnis hat etwas nicht gepasst.“ Andererseits stellte sein Mitstreiter Freistedt auch fest: „Ab der 48. Minute hat mir unser Eins-gegen-eins-Verhalten nicht mehr gefallen. Abgesehen von Sean Burgold, der auf Halbrechts bis zuletzt konsequent die Zweikämpfe gesucht hat, kam von unserer Aufbaureihe irgendwann zu wenig. In Verbindung mit dem einen oder anderen nicht gegebenen Strafwurf fehlen uns so drei, vier einfache Treffer, die an so einem Abend einen gewaltigen Unterschied ausmachen.“
So verpuffte letztlich auch das Biederitzer Torhüterplus. Auch, weil sich Wittes Gegenüber im Verlauf des Abends zunehmend steigerte: „Jonas war in der ersten Hälfte nicht wirklich im Spiel, hat aber nach der Pause von Anfang an funktioniert. Torhüter und Abwehr gehen ja im Idealfall eine Symbiose ein. Am Ende fand ich uns in der Deckung etwas griffiger als den Gegner“, ordnete Gommerns Coach ein, der jedoch nicht verhehlte, dass sich seine Schützlinge das offensive Leben über die schwache Wurfquote schwer machten: „Es war positiv, dass niemand Angst hatte, einen Fehler zu begehen. Aber vor allem im Tempospiel lassen wir zu viel liegen.“
Folglich gingen die Hausherren den ganz langen Weg zum 18. Saisonsieg, mussten für jeden Treffer hart schuften und hatten in den letzten Windungen des Spiels auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Und während der Gommeraner Traum von der Vizemeisterschaft inklusive HVSA-Pokaltriumph durch den prestigeträchtigen Sieg neue Nahrung erhielt, stand für die Biederitzer nach knappen Niederlagen gegen die Top-Drei auch viel Anerkennung. Und nachdem Torwart-Rückkehrer Gustav Nafe etwas nachhalf, ist auch Marius Hammecke wieder aufgestanden und hat das Spielfeld erhobenen Hauptes verlassen.
Gommern: Jo. Wucherpfennig, Smoger – Kämpf, Peschke, Hugk, Hieber (4), Leine (1), De Vries, Wolter (2), Mehr (4), Panoven (7/3), Schipper (2), Ja. Wucherpfennig (1), Schülke, Jassmann, Schmelzer
Biederitz: Nafe, Wetzel, Witte – Urban (2), Thielecke (1), Daßler (1), Kinast, Burgold (4), Hesse (4), Richter, Janke, Beres, Held (1), Steinweg (3), Hammecke (4), Eix
Siebenmeter: Eintracht 4/3 – Eiche 0; Zeitstrafen: Eintracht 3 – Eiche 2
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HSG Ehle vs HSG Wolfen 2000 e.V.

Nach 46:30 – Medaille fix, aber welche?
Die Revanche ist eindrucksvoll geglückt: Die männliche B-Jugend der HSG Ehle hat ihr Oberliga-Heimspiel vom Sonnabend gegen die HSG Wolfen 2000 mit 46:30 (20:17) klar für sich entschieden und damit die 32:37-Hinspielniederlage wettgemacht. „Wir hatten den Gegner vor der Brust, der uns in der Hinrunde die einzige Niederlage beigebracht hat“, sagte Stefan Bußmann aus dem HSG-Trainerteam mit Riklef Roehl.
Entsprechend motiviert starteten die Gastgeber in die Partie. Defensiv tat sich die HSG zunächst schwer. In der erstmals von Beginn an gespielten 6:0-Abwehr bereitete vor allem das bewegliche Kreisläuferspiel der Gäste Probleme. „Wolfen hat viel mit Einläufern gearbeitet, da hat uns anfangs etwas die Zuordnung gefehlt“, erklärte Bußmann. Dennoch lagen seine Schützlinge zur Pause mit drei Treffern vorn – auch, weil offensiv vieles funktionierte: „Wir hatten endlich wieder eine richtig gute Quote über Außen und haben konsequent Tempo gemacht“, so der Trainer.
Nach dem Seitenwechsel stellte die HSG defensiv auf eine 3:3-Abwehr um – mit durchschlagendem Erfolg. Mehr Ballgewinne und mehrere starke Serien, darunter ein zweistelliger Lauf, sorgten früh für klare Verhältnisse. Am Ende stand ein deutlicher Erfolg, der die Scharte aus dem Hinspiel locker auswetzte. Für Bußmann könnte der Sieg auch mit Blick auf den Saisonendspurt wichtig sein: „Vielleicht war der knappe Sieg in der Vorwoche gegen den BSV 93 Magdeburg der Dosenöffner. Jetzt geht es darum, die Ernte nach Hause zu holen, die wir uns über die Saison erarbeitet haben.“ Eine Medaille ist bereits sicher, ihre Farbe entscheidet sich in den nächsten Wochen.
HSG Ehle: Schrank, J. Kloth – Mewes (6), Theuerkauf, Bittner (6), Paech (10), Sens, Plambeck (3), Hoffmann (9), L. Kloth (7), Stallmann (5)
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HSG Ehle vs HBC Wittenberg

Spannung bis zur letzten Sekunde
Die Spannung während der Schlussminute war greifbar in der Eintracht-Sporthalle: Gerade hatte Fynn Janke per Siebenmeter den 32:32-Ausgleich gegen den HBC Wittenberg erzielt, die HSG Ehle kam noch einmal in Besitz des Spielgeräts – und blieb es dank punktgenauer Auszeit sechs Sekunden vor Schluss auch. Die Sperre für Linus Steinweg stand, der Schütze entschied sich für die richtige Ecke, doch der Wurf verfehlte das Gästetor knapp.
Ihrer verpassten Siegchance trauerten die Hausherren umso mehr hinterher, da sie kurz nach der Pause noch mit 22:14 (33.) in Führung gelegen hatten. „Aufgrund des zwischenzeitlichen Vorsprungs war es ganz klar ein Punktverlust. Trotzdem haben wir damit nach dem 29:29 im Hinspiel den direkten Vergleich gegen Wittenberg gewonnen“, war Ramon Göhring aus dem Trainerteam bemüht, das Positive aus dem Samstagnachmittag zu ziehen.
An dessen Beginn fand die HSG nach holprigem Start (1:3/3.) schnell in die Spur, erarbeitete sich über den 8:8-Ausgleich (14.) eine 12:8-Führung (21.) und baute das Polster bis zur Pause auf sechs Treffer aus (20:14). Nachdem die Gastgeber nach der Pause weiter nachlegten, schien das Unterfangen Heimsieg auf einem guten Weg, allerdings blieben in dieser Phase vier, fünf weitere gute Gelegenheiten ungenutzt beziehungsweise Pfosten und Lattentreffern verhinderten den Ausbau des Vorsprungs.
So blieb der HBC dran, legte nun einen 10:2-Lauf hin und war beim 24:24 (46.) wieder mittendrin statt nur dabei. Die HSG mobilisierte nochmals letzte Kräfte und war beim 31:29 (54.) wieder vorn, doch ein 0:3-Lauf und ein ungenutzter Siebenmeter in der „Crunchtime“ sorgten für eingangs beschriebenes Drama und die 32:32-Punkteteilung. „Defensiv müssen wir das wie beim vorherigen Lauf unserer Gäste natürlich viel besser verteidigen“, legte der Coach den Finger in die Wunde.
Lange nachtrauern kann die HSG dem verlorenen Zähler aber nicht. Bereits am Sonnabend steht um 15 Uhr das nächste „Endspiel“ um Platz drei gegen Coswig an. „Dann bestreiten wir das Vorspiel der Biederitzer Herren und hoffen auf eine volle Ehlehalle mit lautstarker Unterstützung der Jungs.“
HSG Ehle: Schuster, Becker – Steinweg (3), Göhring (4), Kalsdorf (1), Ribbert, Hartmann, Gröbe (5), Leine (11), Kliem, Janke (8/3)
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SV Eintracht Gommern vs SV Eiche 05 Biederitz

Klarer Erfolg in fairem Derby

Die weibliche C- Jugend des SV Eiche 05 Biederitz konnte auch das Rückspiel bei Eintracht Gommern sehr souverän gestalten. Nach dem 31:20- Hinspielerfolg gelang diesmal ein 28:15 (13:7)- Erfolg bei der Eintracht. Nach 13 Minuten war es mit der Biederitzer Zurückhaltung in der Gommeraner Sporthalle vorbei. Die fällige frühe Auszeit beim Zwischenstand von 4:4 sollte im weiteren Verlauf seinen Effekt nicht verfehlen, denn Ciara Rose (2), Lena Thielicke und Johanna Poppeck legten mit zunehmend besserer Angriffsquote ein 8:4 nach zwanzig Minuten vor. Aufbauend auf eine starke Deckungsarbeit gelang den Gästen bis zum Seitenwechsel noch der Ausbau des Vorsprunges zum 13:7. Unmittelbar nach dem Wiederbeginn zog der Biederitzer Nachwuchs dann der Eintracht endgültig mit einem energischen 7:0- Lauf zum 20:7 nach 34 Minuten den Stecker. Wiederum brillierte die Biederitzer Abwehrreihe mit einer starken Lara Holzgräbe zwischen den Pfosten, so dass der Derbyerfolg vorzeitig dingfest gemacht werden konnte. Auch in der Schlussphase geriet der hochverdiente Erfolg nicht mehr in Gefahr, da fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen auf beiden Seiten eher regungslos zur Kenntnis genommen wurden. „Eine rundum gelungene Vorstellung von uns, die auf sehr viel Disziplin und zunehmend spielerischer Leichtigkeit erzielt wurde“, meinte der zufriedene Biederitzer Trainer Stephan Holzgräbe nach dem Schlusspfiff.

Gommern: Schmidt – Deparade (2), Müller, Sens (1), Honisch (2), Taube (1), Appel (4), Ebert, Schumann (3), Keil, Anneke, Fischer, Pusch (1)

Biederitz: Holzgräbe, Pape – Walde, Burgold (6), Thielicke (2), Thorhauer, Theuerkauf (1), Schiller, Werner, Thorand (1), Poppeck (12/3), Rose (7/2)

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SV Eintracht Gommern vs SV Eiche 05 Biederitz

MJE in Gommern: Torerfolg bleibt aus

Die männliche E- Jugend des SV Eiche 05 Biederitz kassierte im Derby bei Eintracht Gommern eine 0:36 (0:19)- Niederlage. Die Gäste traten allerdings stark ersatzgeschwächt an, da der Verein im Hinblick auf das später stattfindene Heimspiel der zweiten Vertretung gegen den SC Magdeburg II die Kadersituation im Vorfeld neu bewertete. „Uns war vorab klar, dass hier unter den gegebenen Umständen kein Blumentopf zu gewinnen ist“, meinte der Biederitzer Trainer Tobias Jantz, der sich allerdings gewünscht hätte, dass sich die Truppe für den aufopferungsvollen Kampf zumindest mit einem Torerfolg hätte belohnen können.

Gommern: Schopp – Sudau (6/1), Willert (3), Schmidt, Köllner (3), Kaiser, Bruchmüller (4), Herfen (11), Geven (9), Choruschko

Biederitz: Detzner, Wassermann, Herbst, Fromm, Rypa, Ohle, Weise, Kiwitt, Teikowski, Reichardt, Wolff

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HSG Ehle vs HSV Haldensleben

30:32 – Großer Einsatz bleibt unbelohnt
Zwischen dem jüngsten Punktspiel Anfang Dezember und dem Rückrundenauftakt vom Sonnabend  hat die HSG natürlich auch noch mal an den spielerischen Abläufen gearbeitet. Für einen von ihnen endete der Testvergleich gegen die Biederitzer Bezirksoberliga-Herren jedoch schmerzhaft: Torhüter Marvin Wohl verletzte sich aufgrund einer unglücklichen Aktion. Die Diagnose steht zwar noch aus, jedoch droht dem Rückhalt des Teams erneut ein längerer Ausfall. Ramon Göhring aus dem Trainerteam mit Yves Steinweg richtete daher aus: „Wir wünschen Marvin eine schnelle Genesung und hoffen, dass er bald auf die Platte zurückkehren kann.“
Aufgrund weiterer Ausfälle im Team ging es mit lediglich sechs Feldspielern und zwei Torhütern in die Partie, wobei mit Timo Leine nur ein etatmäßiger Rückraumspieler zur Verfügung stand. Zum Vergleich: Der HSV konnte 13 Akteure aufbieten. „Die Jungs spielten teilweise auf ungewohnten Positionen und uns fehlten natürlich Optionen. So war auch klar, dass es über die 60 Minuten eine Kraftfrage werden würde. Basis sollten deshalb eine starke Abwehr und einfache Tore nach Ballgewinnen sein.“
Jeweils zwei Zeitstrafen für Maximilian Gröbe (40.) und Lukas Ribbert (46.) machten das Verteidigen jedoch nicht einfacher. Dennoch blieben die Gastgeber bis dahin in Schlagdistanz (23:24/46.), Aufgrund ausgelassener Chancen gerieten sie jedoch rund zehn Minuten später mit 25:29 in Rückstand. Diesen Vorsprung verteidigte der HSV dann auch bis zur 57. Minute (27:31), aber auch danach ließ die HSG die Köpfe nicht hängen und stellte nochmals auf 30:32.
In der letzten Spielminute gelang den Hausherren jedoch kein Torabschluss mehr und die Gäste nahmen beide Punkte mit. „Was die Jungs unter diesen Voraussetzungen gezeigt haben, macht David (Trainer-Aushilfe David Koch; Anm. d. Red.) und mich stolz“, fasste Göhring dennoch zusammen. Trotz dieser Niederlage befindet sich das Team unverändert im Kampf um Bronze. Dafür würde ein Heimsieg gegen den Mitkonkurrenten aus Coswig den nächsten Schritt bedeuten. Die ursprünglich für morgen angesetzte Partie wurde allerdings auf einen unbestimmten Termin verlegt.
HSG Ehle: Schuster, Becker – Kalsdorf (4), Ribbert (6), Hartmann (2), Gröbe (3), Leine (8), Janke (7/3)
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HSG Ehle II vs FSV 1895 Magdeburg

Noch ohne Glanz, aber mit Biss
Kein Leckerbissen, aber Gold wert: Die männliche A-II-Jugend der HSG Ehle eröffnet das Handballjahr 2026 mit einem 33:26-Erfolg über den FSV Magdeburg und bleibt weiter makellos.
Der Ball wollte ihnen noch nicht ganz gehorchen, die Abläufe wirkten hier und da noch ein bisschen feiertagsschwer, doch der Jubel am Ende war 100-prozentig echt. Nach fast eineinhalb Monaten spielfreier Zeit hat sich der Bezirksoberliga-Spitzenreiter siegreich zurückgemeldet. Durch den 33:26 (18:15)-Heimsieg vom Sonnabend über den FSV 1895 Magdeburg baute die zweite Mannschaft der HSG Ehle ihre Tabellenführung weiter aus. „Neues Jahr, alte Gewohnheiten“, schmunzelte Coach Stefan Bußmann nach dem Spiel – schließlich war es bereits das dritte Aufeinandertreffen mit dem FSV in dieser Saison. Und wie in beiden Fällen zuvor behielt seine männliche A-Jugend erneut die Oberhand. „Am Ende des Tages zählen die zwei Punkte – und die haben wir uns geholt.“
Nach einer Handvoll Wochen ohne Ball merkte man beiden Teams am Samstagmittag in der Eintracht-Sporthalle den fehlenden Rhythmus deutlich an. Die gastgebenden Youngster aus Gommern und Biederitz taten sich schwer und der Motor lief noch nicht rund. Dennoch gelang es den zunehmend, die Partie in den Griff zu bekommen, wie sich an einer konstanten Zwei-Tore-Führung in der ersten Hälfte ablesen ließ.
Nicht unwesentlich trug die ausgelobte defensive Marschroute gegen Magdeburgs spielstärksten Akteur, Karl Kobelke, dazu bei. Mit einer konsequenten Manndeckung nahm die HSG-Reserve den FSV-Regisseur weitgehend aus dem Spiel. „Das hat gut funktioniert“, lobte Bußmann, sah allerdings auch, dass die Abwehr anderenorts Schwächen offenbarte: Über die rechte Angriffsseite der Gäste sowie im Zusammenspiel mit dem Kreis kassierte die HSG viele einfache Gegentore, so dass „nur“ ein Drei-Tore-Plus beim Gang in die Kabine heraussprang.
Offensiv überzeugten die Hausherren dagegen mit Struktur und Geduld. Zwar fehlte in der Schlussphase der ersten Halbzeit zeitweise die Tiefe im Spiel, doch nach dem Seitenwechsel fand das Team schnell in Tritt. Mit einem starken Start in die zweite Hälfte setzten sich die Gastgeber auf fünf bis sechs Tore ab und spielten den Vorsprung souverän herunter. Trotz angespannter Personalsituation konnte Bußmann zufrieden resümieren: „Das war kein Leckerbissen, aber der war nach der langen Pause auch nicht zu erwarten.“
Umso wichtiger sei dieser Erfolg gewesen, denn schon am heutigen Mittwoch geht es Schlag auf Schlag weiter. Personell weitgehend identisch stehen dann zwei Oberliga-Punkte mit der männlichen HSG-B-Jugend beim HSV Magdeburg ab 18.30 Uhr auf dem Spiel. „Dieser Sieg war also Gold wert, um wieder einen Rhythmus aufzubauen“, sagte Bußmann. Ende gut, alles gut – und der Auftakt ins neue Handballjahr ist gelungen.
HSG Ehle II: Erkenberg, Becker – Mewes (4), Theuerkauf (3), Bittner (3), Paech (2), Sens (1), Wittke, Plambeck (6), Hoffmann, Deneke, L. Kloth (3), Stallmann (11/2)
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HSG Ehle vs HSG Börde

Große Möglichkeit beim Schopfe gepackt
Fünf Siege aus den bisherigen fünf Heimspielen waren eine hervorragende Ausgangslage vor dem sonntäglichen Duell gegen den Tabellendritten aus Oschersleben. Ramon Göhring aus dem HSG-Trainerduo mit Stefan Bußmann erklärte: „Mit Blick auf die Tabelle war es eine riesige Möglichkeit, im Kampf um Bronze Punkte gut zu machen. Entsprechend motiviert waren wir.“ Die Gastgeber legten dann auch einen 7:1-Traumstart hin (8.), gaben die anschließende Überzahlsituation aufgrund einfacher Fehler aber mit 0:3 ab. Erst eine Auszeit stoppte den Lauf des Gegners, der inzwischen auf 5:7 verkürzt hatte (13.).
Anschließend sollten die Hausherren aber schnell zu den Stärken der Anfangsphase zurückfinden. Basis war eine starke Verteidigung mit gutem Zugriff zum Gegner. Dies ermöglichte es Keeper Marvin Wohl auch, diverse Würfe zu entschärfen. Im Angriff zeigten Maximilian Kalsdorf und Lukas Ribbert auf den beiden Außenpositionen  ein starkes Spiel und steuerten insgesamt zwölf Tore bei. Auch der Rückraum trug seinen Teil zum folgenden 13:4-Lauf und der 21:12 Halbzeitführung bei.
„In der zweiten Hälfte mussten wir den Fokus unbedingt hochhalten. Es gab keinen Grund, nachzulassen und die Führung noch einmal in Gefahr geraten zu lassen“. Dies taten die Youngster aus Gommern und Biederitz dann auch in beeindruckender Manier und nach 40 Minuten lagen sie unverändert mit elf Toren in Führung (29:18). Für die letzten rund acht  Spielminuten kam Marvin Wohl noch als Feldspieler zum Einsatz, um den krankheitsbedingten Ausfall von Robin Göhring im Rückraum besser aufzufangen. Auch hier verlieh er dem Spiel noch mal neue Impulse und erzielte das 37. Tor. Aufgrund des intensiven Spiels ließ in den letzten beiden Minuten die Konzentration doch etwas nach, was der Gegner noch zur Ergebniskosmetik  nutzte.
Am Sonntag wartet um 14.30 Uhr in Irxleben das letzte Hinrundenspiel, bevor es dann in die kurze Pause bis zum 17. Januar geht. „Es gilt natürlich, nachzulegen. Mit Blick auf die Tabelle kämpfen aktuell noch sechs Teams um die Bronzemedaille und es wird definitiv eine extrem spannende Rückrunde, in der wir auch die beiden Top-Teams in eigener Halle empfangen“, blickte Coach Ramon Göhring voraus.
HSG Ehle: Wohl (1), Schuster, Becker – Steinweg (5), Kalsdorf (7), Ribbert (5), Hartmann (3/1), Gröbe, Leine (11), Janke (8/3)
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HSG Ehle II vs Lok Schönebeck

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HSG Ehle vs HC Aschersleben

 „Wenn plötzlich alles funktioniert“
Und alles funktionierte plötzlich mit einer unerhörten Leichtigkeit. Gegen die aufgefahrene Manndeckung des HCA in den letzten Windungen des Samstagmittags fanden die Gastgeber die entsprechenden Lücken und Matti Plambeck traf zum 34:30. Den anschließenden Siebenmeter auf der Gegenseite wehrte HSG-Keeper Paul Schrank mit einem Blitz-Reflex der rechten Hand ab und der Rest ging im Jubel unter. Das genannte Duo und die männliche B-Jugend der Ehle-Youngster hatten gerade den bis dato mit nur einer Niederlage belasteten Tabellenführer niedergerungen und sich damit selbst an die Spitze katapultiert. „Das war Handball auf hohem Niveau – mit letzter Kraft, aber auf einem sehr hohen Niveau und mit kühlem Kopf“, sagte HSG-Trainer Stefan Bußmann.
Von Beginn an zeigten seine Schützlinge, dass sie ihre Chance ergreifen wollten. Aus einer aggressiven, beweglichen Abwehr heraus erspielten sich die Hausherren nach fünf Minuten eine 4:1-Führung. Besonders die Abstimmung in der Defensive und das schnelle Umschaltspiel funktionierten hervorragend. Bis zur 20. Minute hielten die Gastgeber das Tempo hoch, führten verdient mit 12:9. Doch kurz vor der Pause verloren sie etwas den Faden. Aschersleben fand oft die Lücken im Zentrum, die Gäste glichen aus – 13:13 zur Halbzeit.
Auch nach der Pause nutzte der HCA seine körperlichen Stärken und zog bis zur 35. Minute auf 21:17 davon. Doch anstatt einzubrechen, kämpfte sich die HSG mit viel Einsatz, vermehrten Ballgewinnen und einem glänzend aufgelegten Karl-Luis Bittner (elf Treffer) zurück ins Spiel. In der Abwehr nun griffiger und im Gegenstoß konsequent, rissen die Hausherren das Ruder beim 25:25 (42.) wieder herum.
Was folgte, war nahezu deckungsgleich mit dem vorherigen Fabel-Auftritt gegen die SG Kühnau (35:31). „Bei uns hat sehr, sehr viel, wenn nicht sogar alles funktioniert. Beim Gegner klappt dann nichts mehr“, nahm Bußmann vorweg und sah, wie seine Mannschaft den Favoriten trotz des schmalen Kaders die Grenzen aufzeigte. „Wir schießen einen wirklich guten Gegner in den letzten elf Minuten mit 12:5 aus der Halle“, freute sich der Coach, mahnte aber mit Blick auf die letzte Aufgabe des Handballjahres am Sonntag ab 14:30 Uhr: „Gerade die letzten Minuten waren sehr beeindruckend, aber der Sieg gegen Aschersleben ist nur etwas wert, wenn wir nachlegen und auch in Irxleben genau noch mal diese Mentalität auf die Platte bekommen.“
HSG Ehle: Deneke, Schrank, J. Kloth – Mewes (5), Theuerkauf, Bittner (11), Paech (1), Sens (2), Wittke, Plambeck (5), Hoffmann (4), Kratky, L. Kloth, Stallmann (6)
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