HSG erzwingt Showdown im Titelrennen
Die männliche B-Jugend der HSG Ehle schlägt den Oberliga-Spitzenreiter aus Aschersleben und hat nun selbst nicht die schlechtesten Karten im Rennen um die Landesmeisterschaft.
Aschersleben/Biederitz/Gommern. In der Höhle des Löwen haben sich die Gäste auch diesem letzten Angriff der Gastgeber entgegengestemmt. Nach einer finalen Auszeit rollte rund 40 Sekunden vor Schluss noch einmal die Ascherslebener Gefahr auf die HSG Ehle zu – und prallte ab. Dank einer immensen Willensleistung der Spielgemeinschaft aus Biederitz und Gommern kam der HCA schließlich gar nicht mehr zum Wurf. Der 31:30 (16:13)-Auswärtssieg hatte am Sonnabend Bestand und der Kampf um die Oberliga-Krone im Bereich der männlichen B-Jugend wurde einen Spieltag vor Ultimo auf links gedreht.
Denn die Ausgangslage war brutal: „Mit einem Unentschieden oder einer Niederlage hätten wir Aschersleben zum Landesmeister gemacht.“ Worte von Stefan Bußmann aus dem HSG-Trainergespann mit Riklef Roehl, welche die Fallhöhe dieses Spiels eindringlich klarmachten. Verlieren war also verboten und genau so trat seine Mannschaft auf. Nach einem leicht holprigen Beginn, bei dem die Chance zur Führung am Siebenmeterstrich liegenblieb, fand die HSG schnell ihren Rhythmus.
Allen voran defensiv herrschte ein klares Konzept. Die kompakte 6:0-Abwehr stand nicht für großartige Experimente, doch das sonst so gefährliche Kreisläuferspiel der Salzländer blieb nahezu ausgeschaltet. Auch offensiv ging der Matchplan auf: Druck durchs Zentrum, Isolationen im gegnerischen Innenblock schaffen. Das Resultat war eine verdiente Drei-Tore-Führung zur Pause. „Auswärts beim Tabellenführer, nicht die schlechteste Ausgangsposition“, befand der Gästecoach und sah, wie auch nach dem Seitenwechsel zunächst alles in die richtige Richtung zu laufen schien.
Nach der 19:15-Führung (30.) der HSG stellten die Gastgeber jedoch auf eine offensive Deckung um und das Spiel kippte. Technische Fehler und vergebene Chancen zeugten von zunehmend zittrigen Händen bei den Gästen. Führung, Ausgleich, wieder Führung für die Youngster von der Ehle – die Dramatik fachte die Stimmung in der Halle zusätzlich an und der Druck wuchs. Denn auch defensiv wurde es zunehmend schwerer für die Gäste, selbst nach gegnerischen Zwei-Minuten-Strafen: „Wir haben uns dann gefühlt schwerer getan als in Gleichzahl“, musste Bußmann registrieren.
Doch in der Crunchtime zeigten seine Schützlinge, was sie auszeichnet: Kampfgeist und Nervenstärke waren auf den Punkt da und so überstand die HSG auch die letzten wütenden Ascherslebener Angriffswellen. Für den Coach kein Zufall, dass sein Team genau in diesem Moment die entscheidenden Körner mehr hatte. Über Ostern hatte sich die Spielgemeinschaft noch mal auf die Reise nach Tschechien begeben. „Und durch das Turnier in Prag haben wir uns die zusätzlichen und letztlich benötigten fünf Prozent geholt. Wir waren auch emotional einfach weiter als Aschersleben – ein bisschen geiler auf den Erfolg, ein bisschen seriöser und haben es einfach als Team besser gelöst.“
Durch den Sieg wurden nun die Karten im Rennen um die Landesmeisterschaft noch einmal neu gemischt. Während die HSG als Verfolger mit breiter Brust ins letzte Saisonspiel – zu Hause gegen den SV Irxleben – geht, wartet auf den HCA parallel am 25. April die unangenehme Aufgabe bei der SG Kühnau. Der Druck lastet ganz klar auf dem Spitzenreiter, denn „Aschersleben muss jetzt gewinnen, selbst ein Punkt reicht ihnen nicht, da wir den direkten Vergleich gewonnen haben“.
Als am Sonnabend die Schlusssirene in der Sporthalle Bestehornpark ertönte, war den Gastgebern dann auch die Ratlosigkeit anzusehen. Auch auf der Tribüne herrschte blankes Entsetzen. „Diese Gesichter haben wir uns erarbeitet. Das war einfach auch noch mal eine Genugtuung, ein tolles Spiel“, sagte Bußmann und blickte voraus: „Dass es jetzt wirklich einen Showdown am letzten Spieltag gibt, ist eine schöne Sache. Die nehmen wir gern an.“
HSG Ehle: Schrank, J. Kloth – Mewes (2), Theuerkauf, Bittner (10), Paech (4/3), Sens, Wittke, Plambeck, Hoffmann (4), L. Kloth (2), Bodenstedt (7), Stallmann (2)


HSG Ehle
HSV Magdeburg
HSG Wolfen 2000 e.V.
BSV 93 Magdeburg II
HC Burgenland
