Nur die Krönung bleibt aus – Die männliche B-Jugend der HSG Ehle liefert im Meisterschafts-Showdown mit einem klaren Sieg ab, im Fernduell fehlt am Ende ein Wimpernschlag zum Titel
Alles war alles angerichtet für einen Handballnachmittag, wie ihn die HSG Ehle noch nicht erlebt hat: Showdown am letzten Spieltag. Fernduell um die Meisterschaft in der Oberliga der männlichen B-Jugend. Während in der Biederitzer Halle die eigene Hausaufgabe gegen den SV Irxleben zu meistern war, wanderten am Sonnabend die Blicke immer wieder zum Liveticker aus Dessau. Und die Spielgemeinschaft aus Biederitz und Gommern lieferte selbst alles ab, was ein Meister braucht. Mit einem souveränen 35:23 (20:10)-Heimsieg unterstrich die Mannschaft eindrucksvoll ihre Klasse. Doch weil der HC Aschersleben parallel mit 32:29 bei der SG Kühnau die Nerven behielt, blieb der ganz große Wurf hauchdünn verwehrt.
„So einen Showdown am letzten Spieltag erlebt man auch nicht alle Tage“, sagte Stefan Bußmann aus dem HSG-Trainergespann mit Riklef Roehl nach der Partie. „Das war schon sehr spannend und intensiv.“ Trotz aller Enttäuschung über die knapp verpasste Meisterschaft wollte Bußmann das Saisonfinale nicht aufs Fernduell reduzieren. „Die Meisterschaft haben wir nicht erst jetzt verloren“, stellte er klar und verwies auf zuvor liegen gelassene Punkte: „Vor allem in Westeregeln und beim FSV Magdeburg haben wir gepatzt. Nehmen wir aus diesen beiden Spielen einen läppischen Punkt mit, reicht es am Ende.“ Gerade diese Erfahrung zeige, wie entscheidend in einer ausgeglichenen Saison jeder einzelne Zähler sein könne.
Gegen Irxleben ließ seine Mannschaft von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie ihre Chance wahren wollte. Nach einem intensiven Trainingsfeinschliff griff die Abwehrstrategie von Beginn an. Ballgewinne, starke Torhüterparaden und konsequentes Tempospiel sorgten für einen 5:0-Start. „Gerade in der Anfangsphase konnten wieder ins Tempospiel gehen“, so Bußmann. Auch im Positionsangriff fand die HSG immer wieder Lösungen. Vor allem über Außen und gut ausgespielte Stufenangriffe setzte sich die Mannschaft konsequent durch. Bereits zur Pause stand ein deutliches 20:10, womit die Partie praktisch entschieden war. Bußmann sprach von einem „Klassenunterschied“ und sah vor allem die defensive Stabilität als Schlüssel: „Irxleben hatte arge Probleme, gegen unsere defensive 6:0-Abwehr.“
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die HSG das tonangebende Team, gewann auch die zweite Hälfte und fuhr einen ungefährdeten Erfolg ein. Dass währenddessen die Nachricht vom Ascherslebener Sieg durchsickerte, blieb nicht ohne Wirkung. „Da gingen bei dem einen oder anderen die Ohren runter“, sagte Bußmann, der seiner Mannschaft dennoch bescheinigte, das Spiel seriös zu Ende gebracht zu haben.
Trotz der verpassten Meisterschaft überwog beim HSG-Coach nach Abpfiff der Stolz auf die Entwicklung seines Teams. „Wir können stolz sein, was wir für eine Truppe haben. Es reißen sich alle zusammen, machen ihr Ding, mit einer tollen Elternschaft. Das macht einfach Spaß.“ Diese Geschlossenheit sei ein wesentlicher Baustein für die starke Saison gewesen.
Und der Blick richtet sich bereits nach vorn. Fast geschlossen rückt die Mannschaft zur neuen Saison in die A-Jugend auf, zwei gemeinsame Jahre liegen noch vor dem Team. Entsprechend gab Bußmann seinen Spielern in der Kabine eine klare Botschaft mit: „In diesem Jahr hat es nicht ganz gereicht in der Oberliga. Aber wir haben nächstes und übernächstes Jahr noch ein A-Jugendjahr. Vielleicht fällt da der Bock um. Vielleicht holen wir dann den großen Titel.“ So blieb am Ende zwar die Enttäuschung über einen verpassten Meistertitel. Vor allem aber bleibt die Erinnerung an die starke Saison einer Mannschaft, die bis zum letzten Spieltag um die Krone kämpfte – und mit ihrem souveränen Abschluss auch noch einmal unterstrich, warum bis zuletzt ein ernsthafter Anwärter auf den Landesmeistertitel war.
HSG Ehle: Schrank, J. Kloth – Mewes (2), Theuerkauf (6), Bittner (6), Paech (5/1), Sens, Wittke, Plambeck (3); Hoffmann (8), Kratky, L. Kloth (2), Bodenstedt (2), Stallmann (1)


SV Irxleben 1919 e.V.
HSV Magdeburg
HSG Wolfen 2000 e.V.
BSV 93 Magdeburg II
HC Burgenland