Noch die Kurve bekommen – 36:31 gegen HSV Magdeburg
Die männliche B-Jugend der HSG machte sich am Sonnabend in der Biederitzer Ehlehalle ans Werk – fokussiert, aber nicht bissig, vielleicht zu sicher und überzeugt davon, dass dieses Spiel seinen erwartbaren Lauf nehmen wird. Doch Handball verzeiht keine Gedankenfehler. „Der eine oder andere hat sich vielleicht die Tabelle etwas zu lang angeschaut“, sagte Trainer Stefan Bußmann später. Und auf dem Weg zum 36:31 (16:14)-Erfolg wurde schnell klar, warum er dies betonte.
Der HSV Magdeburg hielt lange dagegen – und wie. Die HSG wirkte in ihrer 6:0-Deckung dagegen zu passiv, zu brav. Kaum Fouls, keine Härte, kein echtes Stören. „Das Schlimmste, was man machen kann, ist, sich im Kopf zu blockieren“, analysiert Bußmann. Und genau dieser Eindruck drängte sich auf, als die Gäste wiederholt zu einfachen Toren kamen. Erst ein taktischer Schachzug brachte nach 20 Minuten die Wende: Die Umstellung auf eine 3:3-Abwehr veränderte das Spiel spürbar. Plötzlich entstanden Ballgewinne und die Hausherren drückten nun aufs Tempo. Die HSG schaltet um, läuft Gegenstöße, trifft einfache Tore. Kurz vor der Pause dreht sich die Partie, die Führung ist zurück.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die offensive Deckung die bessere Wahl, wenngleich nicht ohne Schwächen. Immer wieder entstanden Lücken durch Sperren am Kreis, oft musste die HSG improvisieren. Doch insgesamt wuchsen defensiver Zugriff und Entschlossenheit im Angriff. „Am Ende ist es für mich eine Frage des richtigen Mindsets. Das Spiel wurde im Kopf entschieden“, sagte Bußmann. Ein Arbeitserfolg, der mitunter mehr lehrte als mancher Kantersieg. Und mit Blick auf die kommenden Wochen wurde der Ton noch mal deutlicher: „Es soll uns eine Lehre sein, dass man jedes Spiel mit 110 Prozent angeht – egal, wer der Gegner ist.“ Denn die Saison steuert auf ihren Höhepunkt zu. Nach der Osterpause wartet am 11. April das Duell mit Spitzenreiter Aschersleben. Im Fall eines Erfolgs ist mit Schützenhilfe noch der Titel möglich. Bußmann sagte: „Das wird hoffentlich ein richtiger Showdown.“
HSG Ehle: Schrank, J. Kloth – Mewes (6), Theuerkauf, Bittner (5), Paech (5), Sens, Wittke, Plambeck (1), Hoffmann (12), L. Kloth, Bodenstedt (3), Stallmann (4)


HSV Magdeburg
HSG Wolfen 2000 e.V.
BSV 93 Magdeburg II
HC Burgenland

HC Aschersleben