29:34 – Die Abwehr bestimmt den Sieger
Die Oberligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz mussten sich im Heimspiel der TSG Calbe mit 29:34 (15:19) geschlagen geben. Auch die acht Treffer des nimmermüden Biederitzer Spielmacher Bennet Daßler konnten die achte Saisonniederlage der Gastgeber nicht verhindern.
Bei der Analyse nach der Partie kam der Biederitzer Verantwortliche Andre Freistedt an der Thematik Abwehrarbeit einfach nicht vorbei. „Die Aggressivität des Gegners hat uns dann schon den Zahn gezogen. Wir dagegen hätten deutlich mehr Stopfouls setzen müssen, um die individuelle Klasse der TSG stoppen zu können“, nannte Freistedt die vermeindliche Drecksarbeit als enorm wichtigen Faktor in einer temporeichen Begegnung.
Die Partie startete mit einer 7:3- Führung der Gäste und schon in diesen zwölf Anfangsminuten unterstrichen die vier Verwarnungen und drei Zeitstrafen die Intensität des ewig jungen Duells. Auch im weiteren Verlauf schoben die Saalestädter beim 10:6 (15.) und 13:9 (19.) einen komfortablen Vorsprung vor sich her, welcher bis zur 22. Minute beim 17:11 noch eine Aufwertung erfuhr. Die Biederitzer taten sich im Angriff enorm schwer, kamen aber wiederholt durch gelungene 1:1- Situationen (Daßler, Hesse, Burgold) zu Torerfolgen. In der Abwehr kamen die vorab besprochenen Kreisanspiele (Martin Sowa) für die TSG zum Tragen, so dass die Partie vorzeitig zu Gunsten der Calbenser auszuschlagen schien. Die fällige Biederitzer Auszeit nach 23 Minuten läutete dann aber eine ordentliche Schlussphase der Gastgeber ein, die mit ihrem starken Rückhalt Gustav Nafe zwischen den Pfosten bis zum Seitenwechsel auf 15:19 verkürzen konnten.
Nach dem Wiederbeginn kämpften sich die Biederitzer bis zur 39. Minute vor 160 Zuschauern sogar auf 20:22 heran, ließen in der Folge aber wieder die nötige Aggressivität im Deckungsverhalten vermissen. Ganz anders agierte da die Gegenseite, die diesbezüglich schon grenzwertig unterwegs war und auch deshalb nach 37 Minuten Daniel Gieraths mit einer roten Karte durch die guten Schiedsrichter Patrick Arndt/Hagen Becker verlor. Allerdings hatte diese kompromisslose und längst nicht unfaire Gangart der Gäste zur Folge, dass sie ihr Polster bis zur 48. Minute vorentscheidend auf 30:22 ausbauen konnten. „Wir haben dann auch einige gute Möglichkeiten liegengelassen. Das bestraft ein solcher Gegner dann schon recht konsequent“, war dem anderen Biederitzer Verantwortlichen Dirk Hesse nach Spielende zu entlocken.
Bis zum Schlusspfiff waren allerdings unter der Beobachtung des ehemaligen Biederitzer Coaches Ernst Gerlach noch einige Meter zu gehen und in diesen mobilisierten die Gastgeber bei einem 24:32- Rückstand (52.) und eigener Auszeit noch einmal alle Kräfte, um das Resultat in erträglichem Rahmen zu halten. Dies sollte dann auch mit der Unterstützung des in das Tor gewechselten Max Wetzel gelingen, der mit einigen starken Paraden dafür sorgte, dass der Rückstand bis zur Schlusssirene noch auf den 29:34- Endstand einschmolz.
„Der Sieg der TSG geht schon in Ordnung. Jetzt stehen uns zwei freie Wochenenden zur Verfügung, um die entstandenen Wunden der letzten Wochen zu lecken“, meinte Freistedt, der der Partie aber durchaus auch positive Aspekte entlocken konnte: „Die Jungs setzen zusehens Trainingsinhalte der letzten Einheiten erfolgreich um. Das erfreut einen als Verantwortlicher trotz der Niederlage dann schon.“
Biederitz: Witte, Nafe, Wetzel – Daßler (8/5), Kinast (1), Burgold (4), Hesse (4), Beres (1), Held (1), Steinweg (3), Schneider, Hammecke (4), Lu. Exner (3), Eix
Calbe: Dobertin, Bertram – Marschall (7/1), Gieraths (3), Rätzel (2), Mark (1), Steffen (4/2), Borzucki, Wuwer (2), Wiebe (4), Meyer (5), Sowa (4), Kralik (2)
Siebenmeter: Biederitz 5/5, Calbe 6/3
Zeitstrafen: Biederitz 2, Calbe 7 + rote Karte Daniel Gieraths nach 36:18 Minuten
Calbe in Biederitz zu Gast: Eine Frage des Anspruchs
Die Oberligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz (6., 25:17 Punkte) empfangen am Sonnabend um 17:30 Uhr den Rangdritten TSG Calbe (33:9). Vor dem Duell der ewigen Rivalen keimt auch die Frage des jeweiligen Anspruches auf.
Die Biederitzer Oberligahandballer haben am letzten Wochenende trotz der 23:25- Niederlage beim Ligaprimus BSV 93 Magdeburg nicht enttäuscht, was am Dienstagabend beim Training auch der Trainer Andre Freistedt seinen Schützlingen noch einmal ausdrücklich kundgetan hat. Das neben zahlreichen fragwürdigen Pfiffen auch eine neunminütige Durststrecke im Abschlussverhalten die Chance auf Zählbares gerade bei einem Tabellenführer minimiert, dürfte nicht nur an der Ehle bekannt sein. Dennoch fiel das Fazit insgesamt bei den Biederitzern trotz der punktuellen Leerfahrt positiv aus.
Freistedts kommender Gegenüber am kommenden Sonnabend Maximilian Weiß hatte da am letzten Wochenende einen ganz anderen Blickwinkel parat. Zwar siegte seine Sieben im Heimspiel gegen den HV Wernigerode klar mit 42:30, doch von Zufriedenheit war an der Saale weit und breit keine Spur. „Das kann nicht unser Anspruch sein“, meinte Weiß und bezog sich dabei in erster Linie auf die Deckungsarbeit, mit der das Vorhaben Vizemeisterschaft unter Umständen in Gefahr geraten kann.
So ist fest davon auszugehen, dass die TSG in der Ehlehalle ein konzentrierteres und zielstrebigeres Gesicht zeigen wird, um Silber nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Ähnlich sieht es auch Freistedt, der die Schwere der Aufgabe aber ein wenig anders begründet: „Die anstehende Partie wird aus meiner Sicht noch ein Stück weit komplizierter als zuletzt gegen den BSV. Wir treffen auf eine körperlich präsente, athletische und routinierte Truppe, während vor einer Woche der Spielstil beider Teams doch sehr ähnlich war“, weiß Freistedt, der mit diesen Argumenten aber keineswegs schwarzmalen möchte.
Die Herangehensweise des Gastgebers muss daher sein, möglichst über einfache Treffer zum Erfolg zu kommen, denn die nötigen Lücken in die robuste Calbenser Abwehr zu bekommen, dürfte sich ungleich schwieriger gestalten.
In Sachen Personal gibt es beim SV Eiche 05 kaum Entwarnung, denn mit Jannis Richter und Jason Thielicke werden weiterhin beide etatmäßigen Kreisläufer fehlen. Dagegen wird Moritz Steinweg in das Aufgebot zurückkehren und auch in der Torhüterfrage gibt es nach der Rückkehr von Gustav Nafe Klarheit. „Wir werden die restlichen fünf Begegnungen mit allen drei Torhütern bestreiten“, gibt Freistedt bei den Personalien Witte, Wetzel und eben Nafe die Herangehensweise vor.
Die Favoritenrolle für den Sonnabend an den Mann zu bekommen, ist indes die wohl einfachere Entscheidung. Das Hinspiel ging im November trotz engagierter Vorstellung mit 31:35 für die Biederitzer verloren und auch in der Saison zuvor hieß der Sieger jeweils TSG Calbe (28:24 und 37:17). „Da haben sie uns regelrecht vorgeführt“, erinnert sich Freistedt an das letzte Aufeinandertreffen vor vierzehn Monaten in der Ehlehalle, wo es eine Niederlage mit zwanzig Toren Unterschied gab.


TSG Calbe/Saale
HSG Wolfen 2000 e.V.
SG Kühnau
HV Wernigerode
HSV Haldensleben
